Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Fraktale zelluläre Strukturen für die Selbstversorgung von Stadtregionen

Oberseminar Umwelt- und Raumplanung im Wintersemenster 2008/09, Pflichtbereich ,,Umwelt- und Landschaftsplanung mit physisch-geographischer Ausrichtung'', Orientierungsrichtung Physische Geographie, Geoökologie und Landschaftsplanung

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Die Versorgung der Städte mit Energie, Rohstoffen, Lebensmitteln und Trinkwasser ist heute weitgehend von deren Umland entkoppelt. Sie erfolgt bis heute mit einem erheblichen Aufwand an fossiler und atomarer Energie. Gleichzeitig sind die Wasser- und Stoffkreisläufe weit geöffnet und die ausgedehnten, oft nur spärlich durchgrünten städtischen Strukturen stellen einen erheblichen Eingriff in das lokale Klima dar. Kurzum: die Städte werden bislang keineswegs nachhaltig ver- und entsorgt.

Im Rahmen des Seminars wollen wir uns damit beschäftigen, wie eine nachhaltige Versorgung der Stadt in ihrer Region aussehen könnte. Die Versorgung mit den Gütern des täglichen Bedarfs sollte vorwiegend aus der Region selbst erfolgen um den Transportaufwand gering zu halten und Stoffkreisläufe schließen zu können. Kleinere, parallel und redundant betriebene Einheiten (Zellen) zur Versorgung sind in ihrer Summe weniger anfällig gegenüber dem Ausfall einzelner Komponenten. Diese Versorgungseinheiten sollten sich wiederum auch selbst weitgehend versorgen können, so dass die Fähigkeit zur Selbstversorgung auf mehreren selbstähnlichen (fraktalen) Ebenen auftritt.

Im Rahmen des Seminars wollen wir nach der Versorgung mit Lebensmitteln, Trinkwasser, regenerativer Energie und nachwachsenden Rohstoffen fragen unter Berücksichtigung einer zunehmenden Flächenkonkurrenz sowie den notwendigen klimaausgleichenden Leistungen des Raumes. Die Produktion im landwirtschaftlichen Raum bedarf eines weitergehenden Ansatzes, nicht allein Lebensmittel oder nachwachsende Rohstoffe allein zu produzieren, sondern die Produktion zu diversifizieren, um abhängig vom Standort (naturräumliche Gegebenheiten, Entfernung von der Stadt) angepasster zu produzieren und zugleich Wasser- und Stoffkreisläufe kleinräumiger schließen zu können. Ein Teil der Produktion kann aber auch in die Stadt hineingetragen werden. So könnte zumindest am Stadtrand, je nach Flächenverfügbarkeit auch weiter in der Stadt, auch ein Teil der benötigten Ressourcen bereitgestellt werden, quasi als Fortentwicklung der Gartenstadt (urban agriculture). Auch die Nutzung von Brachen und untergenutzten Flächen ist zu diskutieren. In den dichter besiedelten Bereichen kann die Produktion unter Glas, etwa als GreenCaps auf Gebäuden oder als Gewächshochhaus, hinzutreten. In einem letzten Schritt ist die Integration der verschiedenen Elemente in der Stadtregion zu thematisieren.

Die Entwürfe beziehen sich nicht auf eine konkrete Stadt, aber auf das Umfeld des mitteleuropäischen Raumes. Die Anwendung auf eine konkrete Stadt ist zwar wünschenswert, mit dem zur Verfügung stehenden Zeitbudget aber nicht leistbar. Diese könnte ggfs. durch weiterführende Projektarbeiten erfolgen.

Ablauf des Seminars

In diesem Seminar soll versucht werden, die Fähigkeit zum eigenen Entwerfen und Planen verstärkt zu üben. An die Stelle der Seminarvorträge tritt die Präsentation und Weiterentwicklung eigener Entwürfe. Dabei sollen in einer ersten Runde Idee grob skizziert und vorgestellt werden. Diese werden diskutiert und anschließend durch weitergehende Recherche verbessert, durch abschätzende Kennzahlen dimensioniert und weiter ausgeführt. Für die Bearbeitung in einem Team werden jeweils vier Gruppen mit je 4 Studierenden gebildet. Jede Gruppe bearbeitet alle vier Stegreife, so dass jeweils vier alternative Entwürfe entstehen. Die ausgearbeiteten Entwürfe sind nebst einer kurzen Beschreibung abzugeben und werden entsprechend bewertet.

Alternativ zu den hier benannten Themen für die Stegreife 2 und 3 dürfen nach Absprache auf andere, eigene Ideen verwirklicht werden, die geeignet sind, zu den übergeordneten Zielen des Seminars beizutragen.

  • 08.10.08: Einführung in das Thema und Seminar (Ch. Hildmann)
  • 15.10.08: Stegreif 1: Hof der Zukunft (Vorstellung und Diskussion)
  • 22.10.08: Vertiefte Bearbeitung, Diskussion mit den einzelnen Gruppen
  • 29.10.08: Vorstellung der Entwürfe zum Hof der Zukunft
  • 05.11.08: Stegreif 2: Neue Gartenstädte (Vorstellung und Diskussion)
  • 12.11.08: Vertiefte Bearbeitung, Diskussion mit den einzelnen Gruppen
  • 19.11.08: Vorstellung der Entwürfe zur neuen Gartenstadt
  • 26.11.08: Verfügbarkeit von Stadtbrachen (Diskussion)
  • 03.12.08: Stegreif 3: Gewächshausstrukturen in der Innenstadt (Vorstellung und Diskussion)
  • 10.12.08: Vertiefte Bearbeitung, Diskussion mit den einzelnen Gruppen
  • 17.12.08: Vorstellung der Entwürfe zu Gewächshauselementen
  • 14.01.09: Stegreif 4: Kopplung der Prozesse in der Stadtregion (Vorstellung und Diskussion)
  • 21.01.09: Vertiefte Bearbeitung, Diskussion mit den einzelnen Gruppen
  • 28.01.09: Vorstellung der Entwürfe zu Stadtregionen

Seminarleitung: Dr. Chr. Hildmann

Hinweis: Organisatorische Dinge zu dieser Veranstaltung sind unter Stud.IP angelegt.

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