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Regionalisierte Leitbilder als Beitrag für eine nachhaltige Landschaftsentwicklung

Entwicklung regionalisierter Leitbilder als Beitrag für eine nachhaltige Landschaftsentwicklung

Wesentliche Grundlage für raumbezogenes Planen und Handeln ist heute das Leitbild der nachhaltigen Raumentwicklung. Auf der regionalen und kommunalen Ebene mit flächenkonkreten Planungen mangelt es jedoch weitgehend an einem Ansatz zur Operationalisierung dieser gesetzlichen Vorgabe. Will man das Prinzip Nachhaltigkeit konkretisieren und umsetzen, muss man zum einen die regionalen Spezifika berücksichtigen und andererseits die Präferenzen lokaler Akteure integrieren. Hierfür fehlen jedoch auf der regionalen und kommunalen Ebene mit flächenkonkreten Planungen weitgehend entsprechende Operationalisierungsansätze. Dies gilt auch für die Landschaftsplanung. Ziele des Forschungsvorhabens sind, am Beispiel der intensiv genutzten Agrarlandschaften in Sachsen-Anhalt regionalisierte naturschutzfachliche Bewertungsmaßstäbe aufzustellen, mit denen sowohl landschaftsökologische als auch landschaftsästhetische Entwicklungsziele für die Landschaftsplanung formuliert werden können. Ein Verfahren zur Verbindung der wissenschaftlich begründeten Anforderungen an die Landschaftsentwicklung auf der einen Seite mit den gesellschaftlich formulierten Anforderungen auf der anderen Seite wird hierzu erarbeitet. Dabei werden Leitbilder als geeignete Abstimmungsinstrumente angesehen. In ausgewählten Untersuchungsgebieten werden zunächst landschaftsökologische und -ästhetische Funktionen mittels geeigneter Indikatoren erfasst und bewertet. Dies bildet die fachliche Grundlage für die Entwicklung und Operationalisierung von regionalisierten landschaftlichen Leitbildern.

Ein besonderes Problem ergibt sich daraus, dass naturschutzfachliche Zielvorstellungen zwar oft aus vergangenen Zuständen der Landschaft abgeleitet werden, die Entwicklung von Leitbildern für intensiv genutzte Agrarlandschaften aber aufgrund teilweise irreversibler Veränderungen nur bedingt an historische Vorbilder angelehnt werden können. Hier setzt das Forschungsvorhaben an, indem untersucht wird, welchen spezifischen Beitrag historische Vorbilder für die künftige Landschaftsentwicklung leisten können. Für die Integration gesellschaftlicher Belange bei der Entwicklung von Leitbildern werden die wahrnehmungsrelevanten Identifikationsmerkmale und die gesellschaftliche Wertschätzung ökologischer Funktionen in den Untersuchungsgebieten ermittelt. Diese Grundlagen dienen als Rahmensetzung für die Erarbeitung regionalisierter landschaftlicher Leitbilder, die geeignet sind, sozioökonomische Anforderungen zu integrieren. Zielprioritäten und Handlungsspielräume für eine nachhaltige Landschaftsentwicklung können so aufgezeigt werden.

Publikation
Lachmann, Sabine & Rösel, Barabara (2003): Naturschutz und intensive Landwirtschaft: ein unlösbarer Konflikt? In: Hallesches Jahrb. Geowiss., R. A, Bd. 25, Halle (Saale)

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